Gnigler

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Judith Ferstl: Kontrabass
Niki Dolp: Schlagzeug
Jakob Rieder: Tuba
Simon Frick: Violine
Alex Kranabetter: Trompet
Philipp Harnisch: Altsaxophon
Jakob Gnigler: Tenorsaxophon

Laut und leise, graziös und brachial, exorbitant und unumgehbar,
kurz und prägnant, wunschlos zeitlos, stimmig verstimmt, mittig entstellt,
antiseptisch, Grenzen brechend und Brücken schlagend, Brücken brechend und Grenzen ziehend, stolpernd und fließend, im Angesicht des Todes, die zarten Engelsrufe.
Etwas stimmt hier nicht, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mensch und Musik, zwischen Musik und Schatten, zwischen Schatten und Licht, zwischen Licht und Rhythmus, zwischen Rhythmus und Dauer.
Aber was hilft uns das?

In den Kompositionen von Namensgeber Jakob Gnigler haben einen deutlich hörbaren Hang zu einer stilistischen Pluralität. Intensive (frei-)improvisierte Bläserorkane und heftig gepeitschte Saiten wechseln mit filigran komponierten kanon-artigen 12-ton Weisen ab. Eng ausnotierte Fanfaren neben chemisch-verätzt-wirkenden Hiphop-Grooves, lassen den Zuhörer über die Existenz und Notwendigkeit von genres zweifeln.
Großes Ziel des Komponisten und der Band ist es, Grenzen zwischen laut und leise, schnell und langsam, miteinander und gegeneinander, Komposition und Improvisation verschwimmen bis verschwinden zu lassen. Dabei wird auf höchster Weise darauf geachtet, dass aus diesem Potpourri der Stile und abrupten Richtungswechsel keine Ansammlung von Melodien wird, sondern ein vollkommenes Ganzes.

„Das Kunststück, das Gnigler wirklich in imposanter Manier zu Wege bringen, ist, alles auf den Punkt zu bringen.“
(Michael Ternai, mica 2014)

„Diese Musik ist eine Kapitulation, eine Flucht aus dem Irrsinn in den Wahnsinn, ihre Umsetzung eine Notwendigkeit, das Anhören ein unumgängliches Problem, das mehr Fragen aufwirft, als es Antworten gibt.“ (Jakob Gnigler, CD-booklet)

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