1. Tag – 12. Oktober 2018

Grammophon Acoustic Project

Grammophon Acoustic Project

Bernd Haas – classical, 12-string & electric guitars, FX
Stefan Preyer – double bass, FX
Flo Baumgartner – drums, percussion, acoustic FX

Bei GRAMMOPHON ging es nie um das virtuose Solo eines einzelnen Musikers, sondern stets um das gemeinsame Ganze. Wenn ein Solist überraschenderweise ausbricht, folgen ihm die anderen, und das Trio steht in permanentem Wechselspiel. Der Leitsatz der elektronischen Phase war „imagining a movie“ – dem folgt auch das neue Konzept. Manche Assoziationen mit Filmsoundtracks mögen sich aufdrängen, jedenfalls aber lädt die Musik dazu ein, sich treiben zu lassen.

Das neue Album (VÖ: 29. Juni 2017) enthält einerseits Stücke, die aus den frühen Tagen der Band
stammen und laufend weiterentwickelt wurden, und andererseits neue Kompositionen. Das Klangbild von GRAMMOPHON ACOUSTIC PROJECT ist vom starken Kontrast zwischen einem warmen akustischen Sound und teilweise exzessiven Klangeskapaden („from the living room to outer space“) geprägt. Lyrische Melodien oder konkrete Beats können im Vordergrund stehen, in homogenem Zusammenklang aufgehen, oder bei einem Soloausflug in unbekannten Gefilden landen. Diese Gegensätze werden perfekt inszeniert – mit dem nötigen Raum, der ein Atmen zulässt, und der erforderlichen Zeit, die ermöglicht, dass sich Ideen entfalten.

Pneuma

Pneuma

Christine Gnigler – Blockflöte
Jakob Gnigler – Saxophon
Robert Pockfuß – E-Gitarre
Bernhard Höchtel – Tasten

Das Ensemble Pneumahat sichganz der komponierten, zeitgenössischen Musik verschrieben. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist aber die Besetzung: Blockflöte und Saxophon, zwei Instrumente, die erstaunlich gut miteinander harmonieren, dazu eine E-Gitarre samt Effektgeräte-Armada und ein Flügel.

Ungewöhnlich, und dabei viel entscheidender als die Instrumentation, ist die Herangehensweise der Musiker: Großteils von der Improvisationsmusik kommend, kümmern sie sich sehr um die Gleichverteilung von individueller Umsetzung und kompositorischer Vorgabe.
Die Stücke, allesamt für das Ensemble und somit den Musikern auf den Leib komponiert, sind zwischen rhythmischer Akrobatik und akribischer Klangforschung angesiedelt, zwischen wohlwollendem Perfektionismus und latent provokantem Nonkonformismus. (

Harnisch/Fina/Santner

Harnisch/Fina/Santner



Philipp Harnisch: Alto-Saxophon
Ivo Fina: Guitar
Maximilian Santner: Drums

In diesem Trio wird der Altsaxophonist Philipp Harnisch musikalisch umhüllt von zwei seiner engsten Weggefährten aus zwei bisherig unterschiedlichen Projekten. Mit Maximilian Santner am Schlagzeug aus seinem Philipp Harnisch Quartet sowie mit dem Gitarristen Ivo Fina von Month of Sundays gelingt ein interessanter Brückenschlag hin zu einem Trio. Ein Schritt, der nach dem Hören erster Töne, für absolut logisch erscheint, verbindet diese drei Musiker doch eine verblüffend ähnliche Musikästhetik und Spielkultur. Man ist sich von Beginn an einig, wie die Musik hier klingen soll. Jeder gibt und nimmt zugleich. Im Vordergrund allein steht schlicht das Schöne, ausgedrückt in Melodie und Harmonie, umgesetzt durch ein sensibles Klangbewusstsein und die Reduzierung auf das Wesentliche. Die Musik nimmt sich Zeit, die Musiker scheinen stets ihrem Bedürfnis zu folgen, abzuwarten, zu schauen, was dem Gesamtklang wirklich dient.
Diese gemeinsame Leidenschaft für Melodien und die Lust, ein Thema improvisatorisch zu entblättern, lassen wirkungsvolle Songs entstehen, denen man gerne zuhört.